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eBooks erfolgreich verkaufen: So finden Sie den richtigen Buchtitel

Ein gut gewählter Buchtitel kann Ihrem Werk höhere Aufmerksamkeit verschaffen. Gerade in den „Empfehlungen“, den „Kunden kauften auch“ und Bestsellerlisten hat ein Titel, der Emotionen weckt, anregt oder neugierig macht, bessere Chancen seine Leser zu finden! (Aktualisiert am 10.2.2017)

Das Reizwort im Titel

Leser lassen sich von Emotionen leiten – nicht nur das Cover, auch der Buchtitel kann solche Emotionen erzeugen. „Kalte“ oder nichts sagende Titel laden nicht zum Klick ein!

Reizworte sollten sorgsam gewählt werden. Sie können stark unterstützen – oder unfreiwillig komisch klingen, je nachdem, welches Genre bedient wird. Ob „Sehnsucht“, „Verrat“ oder „Todesangst“: Titel lassen vor den Augen der Leser Geschichten entstehen und können sein Kaufverhalten entscheidend beeinflussen.

Sie können mit Ihrem Titel Reize in den unterschiedlichsten Wertefeldern auslösen: ob Traditionsbewusstsein („Heimat“, „Bescheidenheit“, „Verzeihen“), lustorientierte Lebensfreude („Verlangen“, „Verführen“, „Leidenschaft“), verträumte Fantasien („Mond“, „Wasser“, „Zärtlichkeit“) oder erlebnisorientierte Individualität („Feuer“, „Abenteuer“, „Erobern“) – so können Sie den Leser bereits mit Ihrem Titel fesseln.

Diametral gegensätzliche Reizworte in einem Titel können starke Emotionen auslösen („Engelswut“, „Todesliebe“). Überspannt man aber den Bogen, reagiert der Leser vielleicht mit innerer Abwehr.

Der Witz im Titel

Einen guten Witz zeichnet aus, dass er eine verständliche Pointe hat. Sie kennen das: muss man dem ratlosen Publikum die Pointe erst erklären, sinkt die Stimmung unter den Zuhörern auf den Nullpunkt – ein Witz, der erklärt werden muss, ist keiner. Bestenfalls ernten sie ein verhaltenes „Ach so“-Lachen.

Genau so verhält es sich mit witzig gemeinten Titeln, die sich eventuell erst durch Lektüre des Buches auflösen. Versteht ein Leser einen Witz nicht, ist er ratlos. Und das ist sehr schlecht für den „Kaufimpuls“.

Ein witziger Titel muss also ganz allein bestehen können. Es kann ein selbsterklärender Wortwitz sein oder eine spaßige Assonanz: „Darm mit Charme“ ist zum Beispiel ein treffender Titel für ein Sachbuch. Bei ernsthafter oder romantischer Belletristik sollten Sie allerdings solche Späße meiden.

Poetische Formen

Rhythmus, Reim und Alliteration: Durch solche Mittel kann ein Titel zu einem kleinen Kunstwerk werden. Jane Austen hat beispielsweise mit „Pride and Prejudice“ und „Sense and Sensitivity“ gleich zwei geniale Assonanz-Titel geschaffen.

Alliteration: Worte mit gleichem Anlaut („Mathis der Maler“, Paul Hindemith)
Anapher: Wortwiederholung („Zeit zu leben und Zeit zu sterben“, Erich Maria Remarque)
Parallelismus: die gleiche Satzform wiederholt sich („Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle“, Botho Strauß)
Reim: die Worte reimen sich („Irrungen, Wirrungen“, Theodeor Fontane)
Rhythmus: der Titel vermittelt einen „Groove“ („Des Meeres und der Liebe Wellen“, Franz Grillparzer)

Auch mit Gegensätzen, gewollter Falschschreibung und Anspielungen können Sie das Interesse des Lesers wecken. Überfordern Sie aber den Leser nicht!

Das Suchwort im Titel

Falls Sie einen Ratgeber zur Fettverbrennung geschrieben haben, dann nennen Sie ihn auch so. Viele erfolgreiche Ratgeber funktionieren über die Suchworte, die im Buchtitel stehen und dadurch auch über eine Google-Suche gefunden werden können – schließlich wird Ihr Buch im Shop auf einer Webseite angeboten, die im Index der Suchmaschinen steht.

Leser, die ein bestimmtes Thema suchen, tun das entweder über eine Suchmaschine wie Google, das Suchfeld im Amazon Shop oder in ihrem Kindle selbst. Alle diese Oberflächen unterstützen die Suche mit Vorschlägen – viele Leser werden sich von diesen Vorschlägen leiten lassen. Recherchieren Sie also im Vorfeld, wohin die Vorschläge in der Suche führen – und passen Sie Titel, Klappentext und die „Suchstichworte“ darauf an. Damit erhöhen Sie die „Findbarkeit“ Ihres Titels!

Sollte ein von Ihnen eingegebenes Suchwort zu keinen Vorschlägen führen, müssen Sie davon ausgehen, dass bisher kein Leser nach diesem Wort gesucht hat. Ein solches Wort in Ihrem Titel, Klappentext oder Stichworten wird Ihnen also keine neuen Leser bringen.

Titel, die mit Suchworten vollgepfropft sind („Geliebter Vampir – Vampirromanze – Vampirgeschichte – Vampire – scharfe Zähne – Romantik – Liebesroman“) können eventuell in Suchergebnissen angezeigt werden – ob Leser solche Ungetüme auch tatsächlich kaufen, ist zu bezweifeln; sehr vertrauenserweckend sieht das nicht aus. Ganz nebenbei droht Ihrem Buch dann auch die Löschung, da die eBook-Shops verständlicherweise gegen solche „Suchwort-Fänger“-Titel vorgehen.

Oft kann ein erklärender Untertitel sehr hilfreich sein. Was steckt beispielsweise hinter dem Titel „Leonore“? Zwischen „Leonore – Mord mit Vorsatz“ und „Leonore – heiße Liebesspiele“ dürften sehr unterschiedliche Leseerfahrungen liegen. Geben Sie dem Leser einen Hinweis, was er für ein Buch erwarten kann!

Englische Titel

Schick, modern und sexy klingen englische Titel – nur sollten sie erstens von der Mehrzahl der Leser verstanden werden; und zweitens möglichst noch ein deutsches Wort zur Erklärung beinhalten.
Amazon führt erfolgreiche englische Bücher auch in den deutschen Bestsellerlisten. Ein Leser, der deutsch lesen will, und ein solches Buch schon mal angeklickt hat, wird bei englischen Buchtiteln in der Folge vorsichtig sein. Rein englische Titel haben in den deutschen Amazon-Listen einen schweren Stand.

„Hot Summer Love – der Verrat“ würde klar machen, dass es sich um ein deutsches Buch handelt. „Hot Summer Love – Betrayal“ hingegen hätte es schwer: Manche Leser würden nur Bahnhof verstehen – und viele würden auf ein rein englisches Buch tippen.

Sorgen Sie dafür, dass auch ein Leser ohne Anglistikstudium Ihren Titel verstehen kann. Hier bietet sich das „Basisenglisch“ an, das wir alle gut aus der TV-Werbung kennen. Eine Liste aller 850 „Basic English Words“ finden Sie hier.

Verzichten Sie also tunlichst auf englische Begriffe, die nur von einer Minderheit der Leser verstanden, richtig ausgesprochen und geschrieben werden können!

Fremdworte im Titel

Schwierige Fremdworte gehören ganz gezielt zu schwierigen Fachbüchern. Dort signalisieren sie dem interessierten Leser hohe Sachkenntnis zu einem wissenschaftlichen Thema. In der Belletristik sind Fremdworte im Titel allerdings das reinste Gift: der Leser hält Ihr Werk im besten Fall für affektiert oder abgedreht. Ein Liebesroman „Die Liebe ist immer wahr“ wird sicher mehr verkaufen als „Die Tautologie der Liebe“.

SCHREIENDE TITEL

Schreien Sie nicht! Titel in Versalien verkaufen schlechter … vielleicht, weil Leser nicht gerne angebrüllt werden.

Titelkürzungen durch das Shop-Layout

In den „Kunden kauften auch“-Listen bei Amazon werden eBook-Titel nicht abgekürzt. In den Bestsellerlisten sehr wohl! Hier gilt (Stand: Februar 2017) eine 26-Zeichen Grenze. Achten Sie also bei einem Buchtitel darauf, dass er innerhalb dieser 26 Zeichen vernünftig lesbar bleibt – aus „Für mich zählt nur die Liebe“ wird in dieser Liste „Für mich zählt nur die …“

Wo finde ich gute Anregungen für erfolgreiche eBook-Titel?

Besuchen Sie Ihren Buchhändler und sehen Sie sich um; in unserem Fall sind die Kindle-Bestseller immer ein guter Anlaufpunkt. Welche Titel verwenden die erfolgreichsten Bücher? Welche Worte, poetischen Formen und emotionalen Begriffe kommen in den verschiedenen Genres gut an?

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2 Responses to eBooks erfolgreich verkaufen: So finden Sie den richtigen Buchtitel

  1. Marek 8. April 2016 at 10:36 #

    Interessanter Aspekt, das mit den englischsprachigen Titeln. Mir ist schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass seit einigen Jahren Filmtitel nur noch selten übersetzt werden (aktuelle Kinofilme wie „How to be SIngle“ oder „Dirty Grandpa“ wären noch in den 90ern die Ausnahme gewesen), man bei Büchern da aber (noch – und meiner Meinung nach zum Glück) vorsichtig ist.
    Populäres Beispiel: Die Twilight-Bücher hießen in Deutschland ja „Biss zum St. Nimmerleinstag“ oder so ähnlich, die Filme aber blieben aber „Twilight“ o. ä.

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  1. Buchtitel finden? Kein Problem, alle anderen haben ja auch einen - 12. April 2016

    […] Wie man diese Aufmerksamkeit erregen kann – mit Reizwörtern und sprachlichen, rhetorischen oder poetischen Mitteln, erklärt eBookBoss Johannes. […]

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