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eBook Marketing: Mit einer eigenen Website Leser für ein Buch finden

Nach der Veröffentlichung eines neuen Buchtitels bzw. eBooks stellt sich für viele Selbstverleger im Anschluss sofort die Frage nach dem Marketing. Nur bei Amazon reinstellen reicht in der Regel nicht. Falls noch nicht geschehen, legt man sich also eine Webseite oder einen Blog zu, auf dem das Buch und der Autor beworben wird. (Ein Gastartikel von Martin Kersting)

Viele machen das selbst oder geben es an günstige Freiberufler raus. Steht die Website oder der Blog im Netz, stellt sich allerdings oft heraus, dass die Präsenz kaum bei Google zu finden ist – und somit auch kaum Besucher hat. Also muss Suchmaschinenoptimierung, kurz „SEO“, betrieben werden, sonst hat selbst die schönste Website keine Chance, von der Zielgruppe gefunden zu werden.

Nach 15 Jahren Berufspraxis kann ich verraten: Dieser Fall ist ein Klassiker, den es auch in Zukunft noch lange geben wird. Leider wird die Macht von SEO von vielen zu spät erkannt. Eine nicht optimierte Website ist wie ein Auto ohne Treibstoff. Nicht umsonst haben selbst „Spiegel Online“ und die „Zeit“ SEO-Spezialisten in Ihrem Team, die nichts dem Zufall überlassen.

Aber man kann auch eine bereits bestehende Website nachträglich selbst gut optimieren!

Wie funktioniert Google?

Google liest so ziemlich alle Websites in seine Datenbanken ein, analysiert die gefundenen Texte über seine Inhaltsdatenbanken und zeigt diese Seiten dann nach einem komplexen Rechenmodell passend auf Suchanfragen von Nutzern in den „Google-Ergebnisseiten“ an. Dabei wird durchschnittlich das erste Ergebnis von etwa 45 % der Suchenden angeklickt, das zweite Ergebnis von 25 %, das dritte von 20 % … und auf die zweite Seite (ab Ergebnis Nr. 11) finden schon nur noch weniger als fünf Prozent aller Suchenden.

Es geht also, wie im Amazon Shop selbst, auch bei Google um die „Sichtbarkeit“ – die eigene Website sollte bei passenden Suchanfragen unter den ersten 10 Ergebnissen stehen!

Google ermöglicht mit seiner „Autovervollständigen-Funktion“, benutzte Suchworte zu finden: geben Sie bei Google zum Beispiel „Krimi“ ein, zeigt Google gleich schon die häufigst verwendeten Begriffe. Hier kann man verschiedene Buchstaben ausprobieren – „Krimik“ etwa zeigt alle Worte, die so beginnen, also auch „Krimikomödie“. Falls Sie auf diese Weise ein bestimmtes Suchwort nicht finden, bedeutet das, dass dieses Suchwort sehr (!) selten oder nie von den Internetnutzern verwendet wird.

Wir müssen also zwei Dinge tun, wenn wir bei Google gefunden werden wollen:

  • Wir müssen den Inhalt und Zweck unserer Seite direkt und genau beschreiben, damit die Suchmaschine Google uns sinnvoll „einordnen“ kann
  • Wir müssen „Keywords“ verwenden, die tatsächlich auch von den Suchenden benutzt werden

Ein fiktives SEO-Beispiel für Autoren – die „Krimi-Komödie“

Wer z.B. eine „Krimi-Komödie“ geschrieben hat, steht vor der Problematik, dass nach diesem Schlüsselwort (Keyword) in Google nicht oft gesucht wird: Während das Suchwort „Krimi“ 11 Millionen Googletreffer liefert (und von Nutzern etwa 22.000 mal im Monat gesucht wird); und „Komödie“ ca. 4,5 Millionen mit 10.000 Suchanfragen, bringt es die „Krimikomödie“ auf nur 0,25 Millionen Treffer – und etwa 200 Suchanfragen pro Monat. Das ist zwar wenig, gleichzeitig aber auch eine große Chance für SEO-Anfänger, im Ranking weit nach oben zu kommen.

Bei Keywords wie Krimi und Komödie allein hätten Sie ohne gute SEO-Agentur, viel Zeit und Kapital nämlich gar keine Chance – das Web ist eine milliardenschwere Geschäftswelt, und oft gesuchte „Keywords“ sind meist hart umkämpft.

Wir sollten uns also auf „Long Tail Keywords“ konzentrieren – denn immer öfter verwenden die Suchenden bei Google auch längere Sätze. In diesem Fall sollte man versuchen, sich in die Zielgruppe der Leser hineinzuversetzen. Mit welchen sonstigen Suchbegriffen könnte eine „Krimikomödie“ gesucht werden?

Passende Keywords für eine Krimikomödie finden

Ich würde es z.B. mit „lustiger Krimi“, „humorvoller Krimi“ oder „Krimi zum Lachen“ versuchen. Hier liegt die Trefferquote in Google jeweils höher, aber eben nicht unerreichbar hoch.

Dazu legt man drei neue Seiten oder Beiträge auf der Website an, die jeweils auf EINES dieser Keywords optimiert sind. Suchmaschinenoptimierer nennen diese Seiten bezeichnenderweise Fängerseiten. Die Seiten haben bestenfalls verschiedene Inhalte, die sich logisch ergänzen, sollten aber auf jeden Fall untereinander verlinkt sein, damit Google den Zusammenhang sieht. Es ist wichtig, auf jeder einzelnen Seite einen einzigartigen Text zu schreiben, die die Thematik vom lustigen Krimi mit immer anderen Begriffen beschreibt. Sie werden schnell merken, dass das echte Arbeit ist, die sich aber später auszahlt.

Google liest alle Worte einer Seite ein und prüft sie auf bereits vorhandene, von Nutzern eingegebene Suchworte. Wenn Sie Ihren Beitrag zu Ihrem Krimi „belletristisch“ aufbauen, könnte sich folgendes ergeben:

„Kommissar Müller fuhr sich mit zitternder Hand durch das kurz geschnittene Haar. Gestern war er selbst Kunde im Salon Sabine gewesen – und jetzt lag die Friseurmeisterin in ihrem Blut, den Lockenwickler in der Linken, den Nasenhaarentferner in der Rechten fest umklammert.“

Google findet: „Salon Sabine“, „kurzgeschnittene Haar“, „Friseurmeisterin“, „Lockenwickler“ sowie „Nasenhaarentferner“. Die „semantische Maschine“ wird messerscharf urteilen: es scheint sich hier um die Beschreibung eines Friseursalons zu handeln. Entsprechend werden Menschen mit pflegebedürftigem Haupthaar Ihre Seite finden und enttäuscht kehrt machen. Google wird diese „Absprungrate“ feststellen und Ihre Seite daraufhin abwerten.

„Sie möchten mal wieder eine richtig lustige Krimikomödie lesen? In dieser heiter-skurrilen Geschichte geht es um verbrannte Lockenwickler, durchgeknallte Friseusen und einen brummigen Kommissar. Dieser Krimi ist als eBook erhältlich!“

Google findet: „Krimikomödie“, „Geschichte“, „Krimi“ sowie „eBook“. Da sind wir also auf dem richtigen Weg!

Seit Mitte 2013 funktioniert Google „semantisch“, sprich, es erkennt die logischen Zusammenhänge von Wortwolken, Bildern, Videos und Links. So hätte man drei klassische „Keyword-Eisen“ im Feuer, die sehr wahrscheinlich zusammen mehr als die Summe seiner Einzelwirkungen ergeben.
Je mehr man dieses Dreierpaket – wohlbemerkt einzeln – systematisch in weitere Medienkanäle wie Facebook, Twitter oder als kurzen Hörbuchauschnitt z.B. auf Youtube streut, desto mehr „branded“ man letzten Endes auch das Haupt-Keyword, eben die „Krimikomödie“.

Wichtig ist dabei pro Video, Backlink oder Social-Media-Beitrag immer wieder das jeweilige Keyword mit der extra dafür präparierten Fängerseite sprechend zu verlinken, damit Google das Keyword mit Ihrer Seite im Ranking steigen lässt. Sprechend bedeutet maschinenlesbar: „Hier geht es zum lustigen Krimi“ schreiben, statt ein blinkendes Banner mit dem Titel einbauen. Google kann nur lesen, was geschrieben steht!

Zehn konkrete SEO-Maßnahmen auf Ihrer Website oder Blog:

  1. Der Dateiname Ihrer Fängerseite beinhaltet das Keyword: „/krimi-zum-lachen-die neue-krimikomödie.htm“ statt „/buchseite_mai2014_typo3.html“ oder gar „/677.htm“.
  2. Immer nur EINE Keyword-Kombination pro Beitrag optimieren – etwa „humorvoller Krimi“; ein anderer Beitrag dann „Krimi zum Lachen“
  3. Den „Title“, also den Seitentitel, auch mit dem Keyword ausstatten: „Ein Krimi zum Lachen – die neue Krimikomödie von Max Mustermann“.
  4. Auch der Alt-Tag „Description“ muss ausgefüllt werden. Google zeigt Ihren Besuchern das als Anreißertext, hier also besonders sorgfältig sein.
  5. Das Keyword sollte unbedingt in den ausgezeichneten Überschriften (H1, H2, H3) und auch in den Unterüberschriften etwas verändert auftauchen.
  6. Ihr eigentlicher Text sollte nicht zu kurz sein (ab 300 Worte) und das Keyword mit einer Dichte von maximal 3% beinhalten. Bei dieser Textmenge dürfte das Keyword also maximal drei mal im Text aufscheinen – im Titel, einem Untertitel und einmal im Text! Variieren Sie auch die Schreibweise, nicht jeder tippt den gleichen Wortlaut in die Suchmaske ein.
  7. Duplizieren oder kopieren Sie niemals Texte oder auch nur Absätze, Google straft das als „Duplicate Content“ ab – Ihre Website würde mit einer schlechteren Position in den Suchergebnissen „bestraft“. Das gilt auch für Ihren Klappentext bei Amazon – schreiben Sie unbedingt einen „eigenen“ Klappentext für Ihre Website.
  8. Ihre Webseite sollte auch Bilder enthalten. Benennen Sie diese sorgfältig wie alle SEO-gerechten Dateibezeichnungen – ohne Sonderzeichen, alles klein, mit Bindestrichen: krimi-zum-lachen.jpg. Im „Alt-“ und „Title-Attribut“ hinterlassen Sie selbstverständlich nochmal das Keyword. Eine Bildunterschrift bewirkt oft Wunder, weil das Bild entsprechend präpariert auch in der Google Bildersuche ganz oben auftaucht, die wiederum oft in den normalen Suchergebnissen gezeigt wird. Hier liegt eine zusätzliche Chance, allein über ein Bild angeklickt zu werden, wenn die Keyword-Optimierung schlüssig zusammen passt.
  9. Videos sollten Sie bei Youtube (einer Tochter von Google!) in einen Channel mit den Keywords packen und den Clip dann mit entsprechendem Text in Ihre Seite einbetten.
  10. Verlinken Sie Ihre neue Seite intern und extern immer „sprechend“ mit dem Keyword, aber variieren Sie dabei – Google legt Wert auf „natürliche Verlinkungen“

Finden Sie die Balance zwischen „Keyword-Optimierung“ und natürlichem, gut lesbarem Text – wenn ein Leser Ihren Text informativ, unterhaltend und gut findet, tut das in der Regel auch Google. „Überoptimierte“ Texte, die einem ein Keyword allzu häufig um die Ohren hauen, wirken auf Leser „unecht“ und werden zunehmend auch von Google weniger ernst genommen.

Selbstverständlich sollte man auch seine Autorenseite sorgfältig nach dieser SEO-Strategie anlegen. Hier bringt man den Autornamen mit seinen Büchern in Verbindung, als Keyword ist natürlich der eigene Name zu optimieren. Gleiches gilt übrigens auch für das Autorenprofil auf Amazon.

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Hier gehts zur Homepage des Autors Martin Kersting!

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2 Responses to eBook Marketing: Mit einer eigenen Website Leser für ein Buch finden

  1. Eduard Hartmann 30. August 2016 at 15:57 #

    Ich habe EBookBoss gerade neu entdeckt (da ich mit meinem Print-Verleger darüber diskutiere, ob ich ihm die Rechte für EBook übertrage oder nicht) und bin begeistert über die ausführlichen, gut recherchierten und ausgearbeiteten Informationen.
    5 Sterne in Gold!

    • Johannes
      Johannes 10. September 2016 at 20:09 #

      Hallo Eduard, das freut mich sehr! Vielen Dank!

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