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eBook Marketing: Werbung und Preisaktionen

Entweder Sie sind ein bekannter Autor und verfügen über eine treue Leserschaft, die auf Ihr neues Buch gespannt wartet; oder Sie verfügen über ein solches Potential nicht. Dann kommen Sie nicht darum herum, Nachfrage selbst zu erzeugen. Denn der Shop selbst wird Ihr Buch nicht bevorzugt präsentieren, um Ihnen einen Gefallen zu tun.

Es gilt also, Werbung für Ihr Buch zu machen. Dazu müssen möglichst viele interessierte Leser auf das Buch aufmerksam gemacht werden; sie müssen es kaufen; und sie müssen es gut finden. Verkauft Ihr Buch in kurzer Zeit viele Exemplare und gewinnt gleichzeitig gute Rezensionen, dann könnte das ein neuer Bestseller sein!

Um mit verkauften Exemplaren im Shop sichtbar zu werden, sollten Sie auch die „Bestsellergenres“ für Ihr Buch weise wählen. „Gegenwartsliteratur“ oder „Krimi & Thriller“ mag passen, aber um hier von vielen potentiellen Kunden gesehen zu werden (also in die Top 20 einzusteigen) sind inzwischen sehr viele Verkaufte pro Tag nötig – unter zweihundert Stück geht hier gar nichts (Stand Juni 2014).

Also sollten Sie neben einem „starken“ Bestsellergenres eines wählen, bei dem Sie auch mit weniger Verkauften pro Tag in die sichtbaren Top 20 einsteigen können.

Zwei wesentliche Faktoren helfen Ihrem Buch auf dem Weg nach oben: tatsächliche Verkäufe und gute Rezensionen.

Werbeaktionen für eBooks

Der Amazon-Shop gehört zu den beliebtesten Websites im deutschen Internet: nach Google, Facebook, Youtube und Ebay steht Amazon im Juni 2014 auf Platz sechs – noch vor Wikipedia, Spiegel und Bild (Quelle: Alexa). Der Kindle eReader ist ebenfalls gut verbreitet und enthält einen eigenen Zugang zum eBook-Shop; also können wir davon ausgehen, dass eine Sichtbarkeit im Kindle-eBooks Shop selbst immer zu den meisten Verkäufen führen kann.

Gratisaktionen: Eine Möglichkeit, viele Exemplare zu verbreiten, gute Rezensionen einzusammeln und damit in den „Beliebtheitslisten“ aufzusteigen, ist die „Kostenlos-Aktion“, die Amazon mit seinen KDP-Select Programm anbietet und die über viele Distributoren möglich ist. (Lesen Sie mehr über Gratisaktionen hier auf eBookBoss)

Ihr Buch muss sich in so einer Aktion „bewähren“: die Leser, die Sie dabei finden werden, müssen so begeistert sein, dass gute Rezensionen enstehen! Es ist also nötig, möglichst viele Exemplare zu verschenken. Brechen Sie beispielsweise eine Gratisaktion ab, weil „300 Verschenkte genug sind“, dann bringen Sie sich selbst um die Chance, Lesermeinungen einzuholen. Denn durchschnittlich schreibt vielleicht jeder tausendste Leser tatsächlich eine Rezension.

Sobald die Gratisaktion beendet ist, landet Ihr Buch auf der Stelle im Amazon-Ranking, die der tatsächlichen, aktuellen Verkaufszahl entspricht. Erst danach wirken gute Rezensionen und Verknüpfungen im Shop.

Werbeaktionen für kostenpflichtige Bücher können Ihr Produkt in den Verkaufs-Rankings anheben und damit im Shop sichtbar machen. Werbeaktionen bei Amazon selbst sind Verlagen vorbehalten und sehr teuer. Für Aktionen wie etwa den „Kindle Deal der Woche“ sucht Amazon ausschließlich selbst Titel aus.

Also bleibt Ihnen der Weg über Werbung außerhalb von Amazon. Da es sich um ein digitales Produkt handelt, funktioniert Werbung im Web über Verlinkungen wesentlich (!) besser als etwa Werbeeinschaltungen oder Rezensionen in gedruckten Werbeträgern wie etwa einer Lokalzeitung.

Klassische Rezensionswerbung: Dazu gehören „Blog-Touren“, für die Sie Leseexemplare an Rezensenten schicken, die auf Ihren Blogs über Bücher berichten. Ob diese Blogs aber eine hohe Leserreichweite haben, ist nicht immer feststellbar.

Einfach und schnell – aber nur mit Geldeinsatz – können Sie auch auf Facebook eine Werbeanzeige für Ihr eBook schalten. Langsamer und nachhaltiger geht das mit einer „Facebook – Seite“ (hier mehr dazu auf eBookBoss), auf der Sie Fans für Ihren Autorennamen, Ihre Buchreihe oder Ihr Buch sammeln und regelmäßig mit interessanten, unterhaltenden Neuigkeiten versorgen.

Linkdropping, also die Verlinkung zu Ihrem Buch in Foren, Facebook-Gruppen und als Kommentar in Blogs, ist eine eigene Kunst! Schnell wird ein durchsichtiger Versuch, das eigene Produkt anzupreisen, als „Spam“ gesehen. Beteiligen Sie sich an Diskussionen, führen Sie sich freundlich und unterhaltsam ein; dann kann „Linkdropping“ funktionieren.

Wichtig ist dabei, dass Sie die richtige Zielgruppe erreichen! In einem Forum zu technischen Fragen bei eBook-Lesegeräten werden Sie mit einem romantischen Vampirroman vielleicht weniger Erfolg haben. Zielgruppen lassen sich gerade bei Facebook gezielt erreichen – bei Twitter ist das sehr schwierig.

Für Facebook, Twitter und einen eigenen Blog gilt: ohne tatsächliche Reichweite in einer passenden Zielgruppe werden Sie nur sehr wenig Erfolg haben.

Gewinnspiele: bedenken Sie, dass es sich bei einem eBook um ein „kommerzielles Produkt“ handelt. Auch wenn es nur 99 Cent kostet, ist das Geld! Aktionen wie „kaufen Sie das Buch und nehmen Sie an einer Verlosung teil“ verstoßen gegen geltendes Recht („Kaufzwang“) und können eine Abmahnung nach sich ziehen.

Reichweite, Konversionsrate und Verkäufe

Von tausend über Werbung erreichte Personen klicken vielleicht drei Prozent tatsächlich auf den Link zu Ihrem Buch; von denen wiederum kaufen vielleicht drei Prozent das Produkt. Schaffen Sie also tausend Personen Reichweite am Tag, verkaufen Sie in diesem Zeitraum ein Buch. Das ist kein Weg in die Bestsellerlisten.

Es kommt also darauf an, die Klickzahl, also das Interesse, zu erhöhen und gleichzeitig die „Konversionsrate“, also die Kauflust anzutreiben. 

eBook – Preisaktionen

Preisaktionen haben das Ziel, möglichst viele Bücher in einem kurzen Zeitraum zu verkaufen; damit in den Bestsellerlisten entsprechend schnell zu klettern und schnell für viele tausend interessierte Käufer sichtbar zu werden.

Sie haben keine zweitausend Fans auf Facebook, hatten noch nie einen Top 10 Chart-Erfolg im Kindle Shop; reduzieren Ihr Buch von 3,99 € auf 2,99 € als „Einführungsaktion“ und sparen sich jede Form von Werbung? Dann wird der berühmte Sack Reis in China mehr Einfluss auf Ihre Buchverkäufe haben, als Ihre „Aktion“. Sie werden nicht ein Buch mehr verkaufen – weil Sie niemand kennt, niemand von Ihrer Aktion Wind bekommt und es auch niemanden gibt, der nach Ihnen und Ihrem Buch sucht. Damit liegt auch die „maximale Zahlungsbereitschaft“ für Ihr Produkt sehr niedrig.

Nie würde ich mein Buch für weniger als 9,- € anbieten! Entweder der Leser kauft es zu dem Preis, oder er lässt es bleiben! Ich werde dem „Geiz ist geil“-Gedanken keinen Vorschub leisten!

Ja, ok, das ist sicherlich eine lobenswerte Einstellung. Wenn Sie Leser davon überzeugen können, dass Ihr Buch diesen Preis tatsächlich wert ist, dann ist doch alles in Ordnung.

Ich halte es hier mit Charles Darwin: Wenn Ihr Buch in seinem „Biotop“ gut existieren kann; mit seinem Inhalt, dem Genre, der Anmutung, der Bewertung und dem Preis „fit“, also ein optimal angepasstes Produkt ist – dann wird es gut verkaufen und lange „überleben“.

Kaufen also Leser Ihr Buch für 9,- € nicht, dann kann das daran liegen, dass Ihr Buch keine Bekanntheit hat; und dass die „maximale Zahlungsbereitschaft“ des Lesers eben nicht für Ihr Buch ausreicht. Wobei die Entscheidung, ein Buch zu kaufen, durch den Preis immer nur zum Teil bestimmt wird.

Der wichtigste Faktor für einen Leser ist immer noch der emotionale und geistige Gewinn, den er sich von Ihrem Produkt erwartet!

Das deutsche Preisbindungsgesetz für Bücher schützt den Preis auch Ihres eBooks. Sollte es ein solches Preisbindungsgesetz nicht geben, wäre der Shop dazu berechtigt, den Preis selbsttätig auf die „maximale Zahlungsbereitschaft“ eines Kunden anzupassen. Womit ein Buch, das sich nicht oder nur sehr wenig verkauft, wohl nicht lange bei einem Preis über 9,- € stehen würde …

Diesen Effekt kennen wir aus dem klassischen Buchhandel. Verkauft ein Buch schlecht, und sind nach 18 Monaten noch die Lager der Buchhändler voll, wird meist der Preis durch den Verlag freigegeben und das Buch „verramscht“. In dem Fall darf der Buchhändler den Preis des Buches selbst festlegen, und das wird zu kräftigen Preisnachlässen führen.

Es kommt also auf diese Punkte an:

  • Sie müssen eine hohe Reichweite in einer interessierten Zielgruppe schaffen
  • Ihr Buch muss inhaltlich und von der Anmutung her perfekt sein
  • der Preis Ihres Buches sollte unter dem „gefühlten Wert“ liegen und damit einen Kaufimpuls anregen.
  • Am sichersten erzielen Sie einen Kaufimpuls mit einem 99-Cent „Schnäppchenpreis“

So können Sie erreichen, dass Ihr Buch tatsächlich häufig gekauft wird, im Shop in die „Sichtbarkeit“ kommt – und eventuell von noch mehr Menschen im Shop selbst und an den eReadern entdeckt wird – auch wenn dann der Preis höher ist.

So kann ein Bestseller entstehen.

Zusammenfassung:

  • „Von selbst“ verkauft kein Buch im Shop – es müssen die Faktoren Sichtbarkeit, Anmutung, Qualität, Interesse des Lesers und Preiswürdigkeit passen
  • Wird ein Buch in den Bestsellerlisten des Shops sichtbar, kann das zu weiteren Käufen führen
  • Sie können Gratisaktionen im Shop selbst oder Werbeaktionen für kostenpflichtige Bücher außerhalb des Shops durchführen
  • Erreichen Sie interessierte Leser und liegt der Kaufpreis unter der „maximalen Zahlungsbereitschaft“ des Kunden, kann das zu Käufen führen und das Buch in die „Sichtbarkeit“ heben

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4 Responses to eBook Marketing: Werbung und Preisaktionen

  1. Udo Robin Gardner 21. August 2014 at 15:31 #

    Auf diesen Klappentextgenerator hätte ich schon früher stoßen müssen. Ganz außerordentlich hilfreich. Habe daraufhin noch einmal meinen Klappentext über-
    arbeitet und geändert.
    Überhaupt – die gesamte Darstellung des doch sehr komplexen E-Book-Themas ist ganz exzellent. Kann ich nur sehr weiterempfehlen.

    Beste Grüße

    Udo Robin Gardner

  2. Martin Fischer 13. August 2014 at 9:03 #

    Ich bin begeistert vom Klappentextgenerator! Er hat mir geholfen, eine nützliche Struktur aufzubauen.

    Nun kam mir die Idee, dass ein Rezensionsgenerator mindestens so gute Dienste leisten könnte.

    Ich freue mich, mit dieser Seite in Kontakt zu bleiben.

    Herzliche Grüsse,
    Martin Fischer

    • Johannes
      Johannes 13. August 2014 at 16:25 #

      Freut mich, Martin, vielen Dank für das Lob!

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